Winter Training Reloaded (2021/22)

The End – Which is Actually not the End

Nach der Challenge Mallorca ist es hier sehr ruhig geworden. Dies war zum einen der Saisonpause im November geschuldet, aber auch im privaten Bereich gab es mehr Neuigkeiten als mir lieb waren! Rebecca und ich haben uns getrennt.

Niemals hätte ich erwartet, dass so etwas passieren könnte, aber dies denken vermutlich alle Paare am Anfang. Die ersten Wochen nach der Trennung waren hart. Gute Freunde, Familie, der Trainingsalltag und auch meine Arbeit haben mich dann aber aufgefangen und mir Struktur gegeben. Ich habe erst einmal Abstand gesucht und bei der Familie in Bayern gefunden, wo ich große Teile des Dezembers verbracht habe und mich mit Langlaufen, selbst therapiert habe.

Danke für die tollte Zeit

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Ich bin dankbar für fast 13 schöne Jahre, viele tolle, gemeinsame Erlebnisse und die bis dato beste Zeit meines Lebens. Wir sind beide aneinander gereift, haben viel erlebt und oft gelacht – diese Erinnerung werde ich immer in mir tragen und das Ende ist nie das Ende, wenn es danach weitergeht – für uns beide allerdings nun in zwei getrennten Handlungssträngen.

Alles ist leer – also fangen wir an, die Lücke zu füllen

Also hieß es ab nach Bayern, Abstand und vor allem einen klaren Kopf gewinnen. Nach einigen Langlauf Sessions reizte es mich mehr und mehr auch die Skating Technik zu erlernen – also investierte ich in eine Ausrüstung und begann zusammen mit meiner Schwester die Loipen unsicher zu machen. Neben dem Ski-Langlauf merkte ich, dass auch das Laufen an Land langsam aus dem Winterschlaf erwachte und eine lange nicht dagewesene Leichtigkeit zurückkam.

Mein größtes Entwicklungspotenzial liegt nach wie vor im Wasser, daher ist die Zusammenarbeit mit dem Schwimmkanal Ingolstadt folgerichtig. Mit vier Kameras wurde meine Technik schonungslos offengelegt. Die Videos habe ich mit Coach Mario ausgiebig analysiert und die notwendigen Hausaufgaben begleiten mich nun bei jeder Schwimmeinheit. Dass der eingeschlagene Weg der Richtige ist, zeigen die besser werdenden Zeiten – es ist aber trotzdem noch eine Menge zu tun.

Neues Jahr, neues Glück, gute Frühform

Wie sich das gehört, wurde 2021 mit einer ordentlichen Feier (natürlich nur im Corona-konformen kleinen Kreis) beendet. Im Januar ging es dann endgültig voran. Auch auf dem Rad entwickelte sich so etwas wie eine Form, im Wasser lief es immer besser und beim Laufen wurde es mir langsam unheimlich.

So stand ich am 15. Januar zusammen mit meinem Kumpel Fabian Jenne in Offenbach beim Suppenschüssel-Crosslauf an der Linie. Natürlich aus dem vollen Training, wichtig war mir der Lauf schließlich nicht. Vom Start weg bewegten sich die Beine wie von alleine und bereits nach einer von sechs Runden setzte ich mich langsam ab. Ohne komplett an die Grenze gehen zu müssen, gewann ich das Rennen vor Fabian und verbesserte meinen eigenen Streckenrekord auf 26:47min für die 8km.

Zusammen mit Jenne das Ding gerockt :-D Training läuft langsam
Zusammen mit Jenne das Ding gerockt 😀

Bretter, die die Welt bedeuten

Angefixt durch die neuen Skating-Ski war ich an den Wochenenden im Januar entweder im Vogelsberg auf dem Hoherodskopf oder aber in Bayern und Österreich zum Langlaufen. Die Technik kam langsam und ich konnte mich immer besser ausbelasten. Gefühlt war der Impact auf mein aerobes System von Lauf zu Lauf spürbar.

How to improve 10k – 9×3:00+1×2:55 = sub30

Mein Coach Mario kam auf die grandiose Idee, dass ich in Jügesheim bei der Winterlaufserie über 10km an den Start gehe. Selber war ich gar nicht so heiß, da ich ein „Überschießen“ meiner Laufform befürchtete, aber der Mann muss es ja wissen – also ließ ich mich drauf ein und meldete. In der Rennwoche hatte ich dann relativ schwere Beine vom Langlaufen, aber das Training funktionierte recht gut und ich freute mich nebenbei über mein stärkstes Schwimmen seit Beginn meiner „Karriere“ (12×200 in 2:50-2:55).

Am Renntag freute ich mich riesig, dass Mario trotz seiner stressigen Woche (Dienstreise) persönlich vor Ort war. Inzwischen war ich bis in die Haarspitzen motiviert und wollte unbedingt zeigen, was ich kann. Vom Start weg übernahm ich die Initiative und drückte mit konstanten 3min/km gegen den doch gut spürbaren Wind. Bei Kilometer Sieben realisierte ich langsam, dass der Traum von Sub30 zum Greifen nah ist und mobilisierte alle verbleibenden Kräfte, um mir den Traum zu erfüllen. Als das Zielbanner in Sichtweite war, spurtete ich los und verbesserte meine Bestzeit um glatt eine Minute auf 29:55 🙂 .

Auch das weitere Training funktionierte tadellos. Vom Gefühl entwickelt es sich in allen Disziplinen kontinuierlich weiter und das, um es mit den Worten von Coach Mario zu sagen, mit „Lulli Grundlagentraining“ – Grüße an alle HIIT-Jünger gehen hiermit raus 😉 .

Eine Insel mit zwei Bergen (oder ggf. einigen mehr)

Ende Februar war es an der Zeit, an der Radform zu feilen. Daher ging es nach Mallorca (ist auf Ballermann). Das Ziel war klar: Viel Zeit im Sattel verbringen, um die Sitzleistung zu verbessern. Dazu einige lange Schwimmsessions und ab und an auch etwas Laufen. Begleitet wurde ich von Freunden aus dem Triathlon-Verein sowie Kumpels vom Laufen – ja auch die fahren alle Rennrad, wenn auch nicht so gern wie ich flach und lang 😀 Achso, da wir dieses Trainingslager noch vor der Trennung gebucht haben, war auch Becci dabei – kein Problem, da wir im Guten auseinander gegangen sind und der Tag sowieso mit dem Training sehr gut gefüllt war.

Neun tolle Tage hielten insgesamt 47,5h Training für mich bereit – ich habe noch nie so viele Stunden in solch einem Zeitraum trainiert, aber das Gefühl war jeden Tag gut und ich war an keinem Tag über Gebühr belastet. Selbst am Abreisetag liefen die 15x800m Intervalle vor Sonnenaufgang fantastisch gut, sodass ich sehr happy im Flieger saß und wirklich das Gefühl habe, nochmal einen ordentlichen Schritt auf meinem Weg zur ersten Langdistanz gemacht zu haben.

Geplante Zwangspause – Innehalten vor den nächsten Rennen

Direkt nach dem Trainingslager musste ich mir ein Muttermal entfernen und ein Zahnimplantat setzen lassen. Nie ideal eine Unterbrechung zu haben, aber in der sowieso anstehenden Regenerationszeit sehr gut zu verschmerzen. Hoffen wir, dass der Wiedereinstieg problemlos klappt und ich im März nochmal an der 10km PB feilen kann. Im April steht mit der Europameisterschaft im Duathlon das erste Highlight-Rennen an. Ursprünglich 2020 geplant, fiel es damals leider Corona zum Opfer. Die Motivation ist daher sehr groß, meine offenen Ziele zu verwirklichen – auch wenn es in diesem Jahr nur ein weiterer Schritt auf meinem Weg in Richtung Roth sein wird.

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