Rebecca

Hi, ich bin Rebecca (Becci). Ich freue mich, dass du auf meiner Seite gelandet bist. Hier bekommst du ein paar Infos aus meinem Leben und erfährst wie ich zur Triathletin wurde.

Alles begann mit dem Laufen

Ich komme gebürtig aus Wenden im Sauerland und dort begann auch meine Zeit als Sportlerin. Schon als neunjähriges Mädchen trat ich in den Leichtathletik-Verein der SG Wenden ein und trainierte dort mit meinen Freundinnen überwiegend das Laufen. Was in diesem Alter noch spielerisch begann, wurde für mich im Laufe der Zeit mehr und mehr zum Leistungssport. Mit zwölf Jahren nahm ich regelmäßig an Bahnwettkämpfen sowie Volksläufen teil. Mit 16 Jahren qualifizierte ich mich dann mit der Jugendstaffel über 3x800m für die deutschen Meisterschaften in Ulm.

Aus Spiel wurde Ernst, denn je mehr ich trainierte umso ehrgeiziger wurde ich. Nach einer gelaufenen Bestleistung steckte ich mir direkt ein höheres Ziel. Und diese Einstellung erkannte ich damals auch in Simon. Als der erfolgreichste Mittelstreckler der Gemeinde, war er für mich Freund und Vorbild zugleich. Bis zum Jahr unserer Hochzeit in 2017 stand der Laufsport für uns im Mittelpunkt.

Lauf Becci 1
Deutsche Meisterschaften über 10km in Bremen in 2018: In 40:29min stellte ich eine persönliche Bestleistung auf

Doch wir merkten beide, dass man dieses intensive Lauftraining, wie wir es seit vielen Jahren machten, nicht ewig weiterführen konnte. Mal zwickte es im Schienbein, mal schmerzten die Waden, mal tat das Knie weh. Ein bisschen schmunzeln muss ich immer, wenn ich daran denke, dass Simon und ich sogar einmal zeitgleich einen Muskelfaserriss an der gleichen Stelle im Oberschenkel hatten. Der behandelnde Orthopäde hat uns ziemlich schräg angeschaut und nur gefragt: „Was habt ihr denn gemacht?“

Triathlon als neue Herausforderung

Durch unsere Verletzungen kamen wir dann zum Radfahren und Schwimmen als Ergänzung zum Laufen. Auch wenn die Zeit als Mittelstrecklerin echt genial war! Ich habe es geliebt mit den anderen Mädels auf der Bahn richtig Gas zu geben. Wenn ich heute noch manchmal bei warmen Temperaturen auf der Laufbahn stehe und den Geruch des Tartan wahrnehme, denke ich immer an früher zurück und daran, wie viel Spaß es gemacht hat, mich mit nur einem 400m-Lauf so richtig abzuschießen. An manchen Tagen würde ich gerne noch einmal die Spikes schnüren und so schnell laufen bis ich meine Beine nicht mehr spüre. 

Doch irgendwie ist es auch schön die Zeit als Mittelstrecklerin positiv in Erinnerung zu halten und den Triathlon als neue Leidenschaft entdeckt zu haben. Nach jahrelangem reinen Lauftraining bieten die drei Sportarten einfach mehr Abwechslung, sowohl körperlich als auch mental. Seit ich Triathlon mache bin ich so motiviert wie nie zuvor und habe so viel Spass am Training, weil es einfach nie langweilig wird. 

Aber gehen wir nochmal einen Schritt zurück in 2017: Nachdem ich mir im April im Lauf-Trainingslager eine Patellasehnenentzündung eingefangen hatte, musste ich zwei Monate Laufpause einlegen und war mal wieder auf der Suche nach einem geeigneten Alternativtraining. Da mein behandelnder Orthopäde Triathlet war, empfahl er mir ein Rennrad zu kaufen, um meine Ausdauer zu erhalten und gleichzeitig mein Knie zu stärken. Gesagt, getan! Rennradfahren machte mir von Sekunde eins an riesigen Spass! 

Vom Brustschwimmen zum Kraulen

Schwimmen

Gleichzeitig hatte ich es satt mich beim Aquajoggen zu Tode zu langweilen und nach jeder Bahn auf die Uhr zu starren, um dann schockiert festzustellen, dass wieder erst zwei Minuten vergangen waren. Ich wollte schon lange richtig Kraulen lernen und fand es immer sehr beeindruckend anderen Schwimmern zuzuschauen, die diese Technik beherrschten. Bei mir sah Schwimmen bisher immer so aus: Brustschwimmen mit Kopf aus dem Wasser und nach vier Bahnen sind die Arme lahm und der Nacken tut weh. Ich weiß nicht wieso, aber dieses Mal nahm ich mir fest vor nun endlich das Kraulen richtig zu lernen. 

Ich merkte schnell, dass Beinschlag, Armzug und Atmung gleichzeitig, eine große Überforderung für mich darstellte. Also schnappte ich mir einen Pull Buoy und konzentrierte mich anfangs erstmal auf den Armzug und die Atmung. Ich schaute mir nach jedem Schwimmtraining Videos auf youtube an und versuchte Techniktipps zu übernehmen. Nach ein paar Wochen war ich super stolz bereits einen Kilometer am Stück kraulen zu können.

Doch Simon und ich gaben uns nicht zufrieden damit, dass wir nun Kraulen konnten, wir wollten schneller werden. Also fingen wir an vermehrt Technikübungen einzubauen und Intervalle zu schwimmen. Dadurch machten wir große Fortschritte und waren innerhalb weniger Wochen plötzlich zwei Minuten schneller pro Kilometer. Was für ein Motivationsschub! Solche Leistungssprünge waren wir vom Laufen gar nicht mehr gewöhnt. Also blieben wir dran und trainierten neben dem Laufen weiter das Schwimmen und Radfahren. 

Meine ersten Triathlons

Triathlon Müsen

Ein Jahr später stand ich dann zum ersten mal im hessischen Bruchköbel beim Quarterman Triathlon über die Sprintdistanz an der Startlinie. Und ihr glaubt nicht wie nervös ich war! Laufen war ja einfach, Schuhe an und los. Doch beim Triathlon musste man an so vieles denken. So viele Dinge die man schon vorher planen und einpacken musste. Bereits beim Rad-Checkin war ich echt überfordert: Wo stelle ich mein Rad hin und in welche Richtung überhaupt? Wo lege ich meine Schuhe hin? Wie hänge ich das Startnummernband, die Sonnenbrille und den Helm ans Rad ohne dass sie herunterfallen? Fragen über Fragen und doch lernt man am Ende am meisten aus der Erfahrung. 

Und diese Erfahrung sammelte ich, nachdem ich als Gesamtdritte in Bruchköbel finishte, indem ich mich direkt für weitere Triathlons anmeldete. Der Höhepunkt meiner ersten Triathlon-Saison war dann mein Start in der hessischen Regionalliga mit der Damenmannschaft beim Rhein-Ahr-Triathlon in Remagen über die olympische Distanz. Mein erster Wettkampf über eine Länge von fast drei Stunden, ich sage euch der 10km-Lauf war die Hölle. An den Schmerz in den Beinen beim Laufen, nachdem ich fast 90 Minuten auf dem Rad alles gegeben hatte, musste ich mich erstmal gewöhnen.

Als ich dann aber als siebte Frau ins Ziel kam und hörte, dass wir mit der Mannschaft vom Triathlon-Wetterau den ersten Platz geholte hatten, waren die Krämpfe aber schnell wieder vergessen. Für so etwas quält man sich doch gerne 🙂 !

„Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch!“ (Antoine de Saint-Exupéry)

In der Saison 2019 wurde der Wettkampfkalender dann mit acht Triathlons bestückt, davon vier Liga-Rennen. Insgesamt war es eine erfolgreiche Saison. Besonders über den 3. Platz mit der Mannschaft in der Regionalliga sowie über den 13. Gesamtplatz beim großen Chiemsee-Triathlon freute ich mich. Im Herbst 2019 kaufte ich mir dann bei unserem Sponsor Bikes ’n Boards Butzbach ein neues Zeitfahrrad, um 2020 meine Radstärke noch besser ausspielen zu können.

Außerdem fing ich an, gemeinsam mit Simon, nach strukturierten Trainingsplänen zu trainieren. Als Läufer ohne Plan stellten wir schnell fest, dass im Triathlon fast jeder nach einem Trainingsplan trainiert. Also beschäftigte Simon sich intensiv mit Trainingslehre und wir bastelten gemeinsam mit Hilfe unserer jahrelangen Lauferfahrung an Trainingsplänen für die kommende Saison. 

Auch das gab mir persönlich nochmal einen richtigen Motivationsschub, denn was im Plan steht wird natürlich gemacht! Und innerhalb kürzester Zeit merkte ich, dass das strukturierte Training Früchte trug. Ich steigerte über eine Zeitspanne von acht Wochen meine FTP um fast 30 Watt und lief meine Dauerläufe durchschnittlich 20 Sekunden schneller. Im Frühjahr 2020 war ich dann auf dem Rad so fit wie nie und auch die Laufform war nicht weit von meiner bisherigen Topform entfernt. Ich war bereit für Rennen…

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Die Corona-Saison

…Und dann kam Corona! Meinen Start über die Mitteldistanz beim City-Triathlon in Frankfurt am Main habe ich direkt für 2021 umgebucht. Dann wird halt nächstes Jahr mein Debüt über die Halbdistanz gegeben. Ich bin sehr froh, überhaupt ein paar Rennen gemacht haben zu dürfen. Also nicht den Kopf hängen lassen, sondern weiter machen, Lebenskilometer sammeln und an der Zeitfahrposition auf dem Rad arbeiten. Außerdem macht man den Sport ja nicht ausschließlich um Wettkämpfe zu bestreiten, ich finde das Training an sich macht schon Spaß genug.

Gesunde Ernährung und Leistung gehören zusammen

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Am besten schmeckt das Gemüse aus dem eigenen Garten

Doch nicht nur der Triathlon ist zu einer Leidenschaft geworden, im Laufe der Jahre habe ich ein großes Interesse für gesunde Ernährung entwickelt. Auslöser dafür war vor allem Simons Mutter, die als Heilpraktikerin immer ziemlich leckere und gesunde Gerichte zauberte und meine Begeisterung für Essen weckte. Mehr und mehr versuchte ich frisch zu kochen und immer weniger verarbeitete Lebensmittel zu verwenden. 

Zur Überbrückung zwischen meinem Lehramtsstudium und dem Referendariat studierte ich sogar zwei Semester Ökotrophologie in Gießen, um die Zeit zu nutzen und mich auf wissenschaftlicher Basis weiterzubilden. Ich bin auf jeden Fall der Überzeugung, dass zum Leistungssport eine gesunde Ernährung dazu gehört. Momentan ernähren Simon und ich uns seit Januar 2020 rein pflanzlich. Was Anfangs ein drei monatiger Versuch werden sollte, ist mittlerweile Alltag für uns geworden. Wir fühlen uns mit dieser Ernährungsweise sehr wohl und wollen dies auch im nächsten Jahr so weiterführen.